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Anke Herold neue Geschäftsführerin am Öko-Institut

Anke Herold ist zum 1. April 2018 neues Mitglied der Geschäftsführung am Öko-Institut e.V. Sie übernimmt Aufgaben mit Schwerpunkt auf Wissenschaft und Forschung am Standort Berlin. Die international profilierte Wissenschaftlerin war bislang Forschungskoordinatorin für internationale Klimapolitik am Öko-Institut und hat seit 1998 die internationalen Klimaverhandlungen als Verhandlungsführerin für die Europäische Union und später als Chair begleitet.

Klimapolitik in Deutschland stärken

Ihren wissenschaftlichen Hintergrund bringt Anke Herold in ihr neues Aufgabengebiet mit ein. „Wir haben schon einiges erreicht – Atomausstieg und Energiewende sind in Deutschland Realität. Dennoch sehen wir noch zu viele ungelöste und dringende Umweltprobleme vor uns“, sagt Herold und spricht dabei besonders die Bundesregierung an. „Deutschland tut zu wenig für den Klimaschutz im eigenen Land und entfernt sich zunehmend von den Klimazielen“.

Dabei entscheide die nationale Klimapolitik der nächsten beiden Jahre darüber, ob Deutschland sein Klimaziel für 2030 erreichen wird, so Herold: „Das geplante Klimaaktionsprogramm und das Klimaschutzgesetz müssen entscheidende Schritte für den Ausstieg aus der Kohle sowie Treibhausgasminderungen im Verkehr und in der Landwirtschaft liefern. Hier wird das Öko-Institut Vorschläge vorlegen, wie die Bundesregierung die Klimaziele in konkretes Handeln umsetzen kann.“

Mit Blick auf das Öko-Institut wünscht sich Herold, dass dessen umweltpolitische Kompetenz weit über Deutschland hinaus noch stärker als bisher nachhaltige Wege aus den globalen Umweltproblemen aufzeigt. 

Im Fokus: Internationale Klimapolitik

Anke Herolds beruflicher Schwerpunkt am Öko-Institut lag in den letzten 20 Jahren auf der Mitgestaltung eines fairen, transparenten und wirkungsvollen internationalen Klimaregimes. Sie arbeitete unter anderem zu Berichterstattung und Überprüfung der Treibhausgasminderungsziele für die Europäische Union und entwickelte und bewertete klimapolitische Instrumente und Maßnahmen für die Energiewirtschaft, den Verkehrssektor, die Industrie und die Landwirtschaft.

Dabei war Herold als Leitautorin an mehreren Berichten des Weltklimarats beteiligt und hat über zehn Jahre lang zahlreiche Überprüfungsteams der Klimarahmenkonvention geleitet. Seit 2016 ist sie Mitglied eines Beratungsausschusses, der die „Initiative for Climate Action Transparency“ (ICAT) strategisch berät, einem Finanzfond, der die Berichterstattung zu Treibhausgasminderung in Entwicklungsländern unterstützt.

Außerdem engagierte sich Anke Herold in der Vergangenheit im Bundesvorstand des Verkehrsclub Deutschland (VCD) und als Mentorin beim Evangelischen Studienwerk.

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