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Wissenskommunikation durch Bilder: Gestaltungsprinzipien für sozial-ökologische Transformationen anschaulich illustriert

Gestaltungsprinzip „Widerstands- fähigkeit stärken“ (© angelika-ullmann.com)

 Für eine nachhaltige Entwicklung sind sozial-ökologische Transformationen notwendig. Aber wie können Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam erfolgreiche Transformationsprozesse auf den Weg bringen? Wissenschaftler*innen des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung haben jüngst beschrieben, dass dafür ein gemeinsames Verständnis von Gestaltung Voraussetzung ist, und grundlegende Prinzipien für eine sozial-ökologische Gestaltung formuliert. Um diese Prinzipien anschaulicher zu machen, hat das ISOE sie in Illustrationen „übersetzt“. 

Der Handlungsdruck im Anthropozän, der „Epoche der Menschheit“, ist angesichts der ungebremsten Umweltveränderungen mit all ihren Konsequenzen für Natur und Gesellschaft enorm. Die globalen krisenhaften Entwicklungen wie der Klimawandel oder das Artensterben sind zudem komplex, es gibt viele unterschiedliche, mitunter konkurrierende und unvereinbare Vorstellungen von der „richtigen“ Lösung dazu. Wie kann unter diesen Bedingungen die Gestaltung sozial-ökologischer Transformationen gelingen?

Eine Voraussetzung, um komplexe Probleme lösen zu können, ist die Verständigung über Gestaltungsprozesse. Doch in der Praxis fehlen erfolgreiche Konzepte dafür, wie Gestaltung als ein bewusster Eingriff in bestehende Zusammenhänge initiiert und umgesetzt und ein Richtungswechsel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung in Gang gesetzt werden kann.

Orientierung für eine kritische Nachhaltigkeitsforschung 

Die Wissenschaftler*innen des ISOE haben einen Ansatz für die sozial-ökologische Gestaltung von Transformationsprozessen entwickelt und in sechs Prinzipien übersetzt. Diese sechs Gestaltungsprinzipien bieten Orientierung für eine kritische Nachhaltigkeitsforschung, die Gestaltungsprozesse anstoßen und begleiten will, und eine Grundlage für alle, die sich sowohl wissenschaftlich als auch praktisch um Alternativen für gesellschaftliche Veränderungsprozesse bemühen. 

Die Illustrationen dazu veranschaulichen, womit sich die Gestaltungsprinzipien im Kern beschäftigen: zum Beispiel mit der Notwendigkeit, die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur besser zu verstehen – dann erst können Klimawandel oder Artensterben als Ausdruck einer Krise dieser Beziehungen wahrgenommen werden. 

Weitere Prinzipien heben die wirksame Teilhabe aller betroffenen Akteure im demokratischen Gestaltungsprozess hervor, den Umgang mit Komplexität oder die Notwendigkeit, sozial-ökologische Systeme gegenüber absehbaren Umweltveränderungen widerstandsfähig zu machen und praktisch zu gewährleisten. Zu den illustrierten Gestaltungsprinzipien von Angelika Ullmann https://www.isoe.de/forschung/gestaltungsprinzipien/ 

Eine ausführliche Erläuterung der Gestaltungsprinzipien findet sich in: 
Jahn, Thomas/Diana Hummel/Lukas Drees/Stefan Liehr/Alexandra Lux/Marion Mehring/Immanuel Stieß/Carolin Völker/Martina Winker/Martin Zimmermann (2020): Sozial-ökologische Gestaltung im Anthropozän. GAIA 29 (2), 93–97 


Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:

Dr. Nicola Schuldt-Baumgart
Tel. +49 69 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de
www.isoe.de   

Pressekontakt:

Melanie Neugart
Tel. +49 69 707 6919-51
neugart(at)isoe.de 
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