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Side Events des Ecologic Instituts bei der COP24 – Rückblick

Auf der COP24 in Kattowitz (Polen) wurde das endgültige Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Abkommens festgelegt. Während die Verhandlungen noch andauerten, präsentierten und diskutierten Nicht-Regierungs-Stakeholder im Rahmen der Side Events verschiedene Lösungen für die Klimakrise. Das Ecologic Institut war auf mehreren Veranstaltungen vertreten, u. a. als Gastgeber für zwei Side Events.

Side-Event: Erfahrungen mit nationalen und subnationalen Klimagesetzen: Ambitionen verstärken

Am Academia Day des brasilianischen Pavillons diskutierte Dr. Camilla Bausch die deutsche Klimaschutzstrategie und das Klimaschutzgesetz, das 2019 verabschiedet werden soll. Unter dem Titel "Erfahrungen mit nationalen und subnationalen Klimagesetzen: Ehrgeiz steigern" waren Gäste brasilianischer NGOs sowie des LSE Grantham Research Institute und des Ecologic Instituts eingeladen, ihre Erfahrungen mit Klimaschutzgesetzen aus verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien und Mexiko, auszutauschen. Diese Erkenntnisse wurden dann im Rahmen der aktuellen politischen und klimapolitischen Bemühungen in Brasilien diskutiert.

Side-Event: Naturbasierte Lösungen und Mehrebenen-Governance für kohlenstoffneutrale und widerstandsfähige Städte und Regionen

Gemeinsam mit ICLEI Europe organisierte das Ecologic Institut ein Side Event über das Potenzial naturbezogener Lösungen (NBS), um einen integrierten Ansatz für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln und dabei die entscheidende Rolle zu unterstützen, die Kommunen, Städte und regionale Netzwerke bei der Erreichung der langfristigen Klima- und Energieziele der EU spielen.

In ihrem Keynote-Vortrag präsentierte McKenna Davis vom Ecologic Institut die Ergebnisse von NATURVATION, einem Forschungs- und Innovationsprojekt für Horizont 2020. Die Keynote konzentrierte sich auf die Rolle der NBS als Instrument zur Unterstützung der Klimaziele, die Unterstützung der NBS innerhalb der aktuellen politischen Rahmenbedingungen und das Potenzial zur Verbesserung der Akzeptanz und Steuerung der NBS (mehr Informationen hier).

Die geladenen Diskussionsteilnehmer, die die lokale, regionale, nationale und EU-Governance-Ebene sowie die Zivilgesellschaft und Forschungsinstitute vertraten, gaben Einblicke in die Bedeutung innovativer Multi-Level-Governance-Ansätze und betonten die Rolle der globalen und nationalen Governance-Ebenen für Maßnahmen auf lokaler Ebene. Die Diskussionsteilnehmer beleuchteten das Potenzial der Basisaktivitäten und intensivierten die Kooperationspartnerschaften der lokalen Akteure. In der Paneldiskussion wurde betont, dass die NBS als Instrument genutzt werden könnte, um Klima, biologische Vielfalt und gesellschaftliche Ziele gemeinsam zu erreichen. Es wurde darauf hingewiesen, dass NDCs (ergänzt durch LDCs - Locally Determined Contributions) eine Möglichkeit bieten können, NBS in den Klima- und Energiediskurs zu integrieren und nationale und lokale Aktionen zu motivieren. Schließlich wurde hervorgehoben, dass die NBS in den Rechtsrahmen integriert werden muss, um eine verstärkte Umsetzung zu unterstützen.

Side-Event: Impulse zu langfristigen Klimastrategien: Wo befinden wir uns in Europa?

Matthias Duwe präsentierte im Rahmen des Side-Events die Ergebnisse des Projekts ClimateRecon2050 zum Stand der langfristigen Klimastrategien der EU-Mitgliedstaaten (mehr Informationen hier).

Zwölf EU-Mitgliedstaaten (MS) haben bereits nationale langfristige Klimastrategien verabschiedet, und alle anderen MS sind verpflichtet, dies bis Januar 2020 zu tun. Die bereits veröffentlichten langfristigen Strategien unterscheiden sich stark in ihrer Rechtsform, den gesetzten Zielen und der politischen Eigenverantwortung.

Die geladenen Diskussionsteilnehmer - Vertreter von Ministerien, die die nationalen langfristigen Klimastrategien Estlands, Deutschlands und Portugals vorbereitet haben - diskutierten die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Strategieentwicklung. Basierend auf ihren Erfahrungen und Lessons-learned gaben die PanelistInnen ihre Ratschläge für eine erfolgreiche Strategieentwicklung weiter. Die Diskussionsteilnehmer betonten den Wert eines breiten Dialogs mit den Interessengruppen und BürgerInnen sowie die Bedeutung der Einbeziehung der gesammelten Beiträge und Ratschläge aus der öffentlichen Konsultation und der angemessenen Kommunikation des Konsultationsprozesses. Darüber hinaus wiesen die politischen Entscheidungsträger auf dem Panel darauf hin, dass es von Vorteil ist, zunächst ein ehrgeiziges Ziel festzulegen und es als Ausgangspunkt für die Diskussion mit den Beteiligten zu nutzen. Schließlich wiesen die PanelistInnen darauf hin, dass die Einbeziehung des höchsten Staatsamtes in den Strategievorbereitungsprozess unerlässlich ist, um die Koordination und den Einstieg in die Strategie und ihre Ziele in der gesamten Regierung sicherzustellen. Außerdem wurde die Rolle beschrieben, die die langfristige Klimastrategie der EU spielen wird, insbesondere als starkes Signal für die Länder, die ihre Strategien noch nicht formuliert haben.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist online verfügbar.

Dieses Side-Event wurde vom Ecologic Institut gemeinsam mit dem Association négaWatt und dem Energiaklub organisiert.

Kontakt: Matthias Duwe (Ecologic Institut)

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