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Industrie der Zukunft: klimaneutral und wettbewerbsfähig

Der Industriesektor gehört in Nordrhein-Westfalen (NRW) aber auch deutschlandweit sowie global mit einem Anteil von 20 Prozent an direkten Emissionen zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen. Maßgeblich ist dies auf die energieintensiven Branchen wie Chemie, Stahl, Glas und Papier zurückzuführen. Um die globalen Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und die Europäische Union bei der Umsetzung des European Green Deal zu unterstützen, ist die Umstellung auf eine treibhausneutrale Produktion spätestens bis zum Jahr 2050 notwendig. Doch wie bleiben Unternehmen dabei wirtschaftlich und wettbewerbsfähig? Wie steht es angesichts der globalen Konkurrenz um die Zukunft von NRWs Industrie? Und kann IN4climate.NRW, eine Initiative aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, bei dieser Transformation helfen und Veränderungsprozesse in der Industrie anstoßen? Über diese Herausforderungen sprechen Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick und Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer vom Wuppertal Institut mit Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, in der neuen Episode des Podcasts "Zukunftswissen.fm".

Die Europäische Union (EU) will die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 reduzieren – bis 2050 soll Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Die energieintensive Industrie trägt zu rund 20 Prozent zu den direkten und sogar zu einem Drittel zu direkten und indirekten Treibhausgasemissionen bei. Gerade für Nordrhein-Westfalen (NRW) als deutscher und europäischer Schwerpunkt vieler Grundstoffindustrien sind Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Klimaneutralität daher von besonderer Bedeutung. Damit Unternehmen den Anschluss nicht verpassen, sie ihre Standortvorteile nicht verlieren und neue Produktmärkte erschließen können, müssen sie jetzt in neue innovative Technologien investieren und Prozesse noch deutlich effizienter gestalten.

In der neuen Episode "IN4climate.NRW für den Klimaschutz in NRW" des Podcasts "Zukunftswissen.fm" sprechen die Experten des Wuppertal Instituts mit dem NRW-Wirtschaftsminister über die Initiative IN4climate.NRW, Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen und die Bereitschaft der Industrie, Veränderungsprozesse anzustoßen. Sie diskutieren auch darüber, wie die Unternehmen des Landes dabei unterstützt werden können, zukünftig emissionsarme Lösungen umzusetzen.

Jetzt in nachhaltiges Wirtschaften investieren

Es genüge nicht mehr zu argumentieren, dass Europa beim Klimaschutz vorne liege, betont Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu Beginn des Gesprächs, denn: "Es muss jetzt in nachhaltiges Wirtschaften investiert werden, um Standortvorteile nicht zu verschenken und um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Andernfalls ist die Transformation deutlich schwerer zu bewältigen oder gar nicht möglich."
Prof. Dr. Manfred Fischedick unterstreicht, dass der sich aus dem Klimawandel ableitende Handlungsdruck immer stärker ansteigt: "Das Klima verändert sich mit immer größerer Dynamik, daher muss die Wirtschaft in klimafreundliche Innovationen investieren und die Politik diese Prozesse mit den nötigen Rahmenbedingungen unterstützen."

Um die Klimaziele der EU zu erreichen, müssen wir in allen Wirtschaftsbereichen auf Nullemissionen runter. "Wir können schon bis 2030 eine ganze Menge auf diesem Weg erreichen, wenn wir die Veränderungsmöglichkeiten richtig ehrgeizig anpacken", sagt Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Dafür setzt er auch auf die Sicherung der Beschäftigung als Treiber der Transformation: Wenn die Veränderungsprozesse sichere und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen, dann sei auch die gesellschaftspolitische Unterstützung der Transformation vorhanden.

Landesinitiative IN4climate.NRW setzt für nordrhein-westfälische Unternehmen auf Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit

Die Initiative IN4climate.NRW wurde im September 2018 auf Initiative der NRW-Landesregierung, Industrie und Wissenschaft gegründet und ist in dieser Form einzigartig. Prof. Manfred Fischedick betont: "Das neue an IN4climate.NRW ist, dass Wissenschaft und Industrie institutionalisiert an gemeinsamen Themen arbeiten und Impulse für neue Technologien und Prozesse entstehen. Daneben geht es vor allem auch darum, branchenübergreifende Herausforderungen zu lösen, wie beispielsweise die Frage, wie zukünftige Infrastrukturen sowie ein politischer Rahmen aussehen können, damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und ihre innovativen Technologien in die Umsetzung bringen können."

Zweite Staffel des "Zukunftswissen.fm"-Podcasts zu den Transformationsarenen des Klimaschutzes

Zukunftswissen.fm, der Podcast des Wuppertal Instituts, ging im Frühjahr 2020 mit der ersten Episode an den Start. Ab sofort ist die dritte Episode "IN4climate.NRW für den Klimaschutz in NRW" der zweiten Podcast-Staffel "Die Transformationsarenen des Klimaschutzes" online verfügbar. In dieser Staffel kommen Forschende des Wuppertal Instituts mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ins Gespräch und gehen auf die anstehenden Transformationsherausforderungen innerhalb der sieben Arenen des Wandels ein, die den Klimaschutz beeinflussen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Analyse der Gestaltungsmöglichkeiten der Energie-, Verkehrs- und Industriewende, die urbane Wende, die Wohlstands- und Konsumwende, die Ernährungswende sowie die Ressourcenwende.

Alle Episoden des "Zukunftswissen.fm"-Podcasts sind kostenfrei auf Apple und Google Podcasts, Spotify, Podcast.de sowie über die Website des Wuppertal Instituts zu hören. Es wird spannend! Reinhören und informiert bleiben: #ZukunftswissenFM

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Pressemitteilung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
VisdP: Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer
Kontakt: Christin Hasken, Leitung Kommunikation
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