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Entwicklungsländer an der Spitze – Was treibt die Verbreitung der Plastiktütenpolitik voran?

Plastiktütenpolitiken im Globalen Norden und Globalen Süden (Abbildung der Autoren)

Während Diffusionsmuster im Kontext des Globalen Nordens recht gut untersucht sind, wurde die Diffusionsforschung bisher nur in begrenztem Umfang eingesetzt, um zu untersuchen, wie sich Politiken in sog. Entwicklungsländern ausbreiten. Daher analysieren Doris Knoblauch, Linda Mederake und Ulf Stein vom Ecologic Institut in diesem Artikel die Diffusionsmuster von Plastiktütenverboten und Abgaben auf Plastiktüten im Globalen Norden und im Globalen Süden, um damit zur weiteren Verfeinerung der Diffusionstheorie beizutragen. Der Artikel steht zum Download zur Verfügung.

Mit der eingehenden Untersuchung von Plastiktütenpolitiken bietet der Artikel zudem Einblicke in das noch wenig erforschte Politikfeld der Umweltbelastung bzw. -verschmutzung durch Plastik. Die Analyse zeigt, dass Industrieländer zumeist Plastiktütensteuern eingeführt haben, während Entwicklungsländer hauptsächlich Plastiktütenverbote eingeführt haben – und damit strengere Gesetze als die Länder des globalen Nordens. Die treibende Kraft für die Verbreitung von Plastiktütenpolitiken im globalen Norden war bisher der weltweite öffentliche Druck. Im globalen Süden, wo Plastiktüten aufgrund der begrenzten Abfallsammlung und des oft fehlenden Recyclings viel sichtbarer sind und deutlich negative Auswirkungen haben, ist der nationale Problemdruck viel stärker ausgeprägt.

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Knoblauch, D.; Mederake, L.; Stein, U. Developing Countries in the Lead – What Drives the Diffusion of Plastic Bag Policies? Sustainability 2018, 10, 1994.

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